Kommunikation & innere Haltung
- platzerangelika9
- 30. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Deine Haltung = der unsichtbare Faktor, der alles verändert.
"Wir spüren ganz einfach, wie jemand drauf ist.
Ich höre den Satz oft von meinen Medianten und ja,
tatsächlich nehmen wir bei unseren Mitmenschen häufig etwas wahr,
das weit über Worte hinausgeht.
Wir spüren Anspannung, Offenheit, Ablehnung, Interesse, Ungeduld als auch Wertschätzung - oft noch - bevor überhaupt ein Wort gesprochen wurde.
Was genau nehmen wir wahr?
Was ist das?
Die Antwort könnte darin liegen,
das da etwas zwischen uns ist,
das wir als Haltung bezeichnen könnten.
Was meine ich damit?
Wenn ich von Haltung spreche, meine ich nicht die Art,
wie jemand steht oder sitzt.
Ich meine den Zustand,
aus dem heraus wir denken, fühlen, wahrnehmen und handeln.
Unsere Haltung beeinflusst,
wie wir Situationen interpretieren,
wie wir miteinander sprechen,
wie wir zuhören,
welche Absichten wir haben,
welche Signale wir aussenden.
Unsere innere Haltung ist,
wie eine Brille,
durch die wir die Welt betrachten.
"Aus unserer Sicht"
Ein Beispiel:
Zwei Mensch hören ein und denselben Satz.
Der eine denkt: "Der greift mich an, beleidigt mich."
Der andere denkt: "Da steckt vermutlich etwas dahinter, das ich jetzt noch nicht verstehe."
Die Worte - waren dieselben.
Die innere Haltung war unterschiedlich.
Und genau dadurch entsteht eine völlig andere Kommunikation.
Du kannst deine innere Haltung für dich selbst beobachten,
in dem du hinterfragst:
Bin ich gerade neugierig oder urteilend?
Möchte ich verstehen oder überzeugen?
Bin ich offen für andere Sichtweisen?
Gehe ich in Kontakt oder in Verteidigung?
Suche ich Verbindung oder habe ich bereits innerlich abgeschlossen?
Unsere Haltung zeigt sich meist schneller als unsere Worte,
und schwingt - in Form ihrer Energie - immer mit.
Sie kann sich auch körperlich ausdrücken,
in Form von verspannten Schultern, flacher Atmung, erhöhten Puls, innere Unruhe,
Druck in Bauch oder Brust,...
Unser Körper reagiert auf unseren inneren Zustand - und umgekehrt.
Und - was sagt die Wissenschaft dazu?
Die moderne Kommunikations-, Neuro- und Sozialfoschung zeigt,
dass Menschen ständig Informationen austauschen, die weit über Sprache hinausgehen.
Also, weit über das gesprochene Wort.
Sprache ist viel mehr.
Wir sprechen auch in Form von unserer Mimik, Körpersprache, Blickkontakte, Stimme, Tonfall, Sprechgeschwindigkeit, Bewegungen,... innerhalb von Sekundenbruchteilen miteinander.
Wir können nicht nicht kommunikzieren - sagte Paul Watzlawick so schön.
Bei der Verarbeitung all dieser Signale spielen unsere sogenannten Spiegelneuronen eine bedeutende Rolle. Diese helfen uns dabei, die Gefühle und Absichten anderer Menschen intuitiv wahrzunehmen.
Wie faszinierend ist das bitte?!
Das ist auch der Grund weshalb du vielleicht folgende Situation kennst:
Du betrittst einen Raum und spürst sofort:
"Hier stimmt etwas nicht."
Obwohl noch keiner etwas gesagt hat ...
Und dennoch, hast du eine Spannung wahrgenommen.
Unser Nervensystem reagiert permanent auf die Zustände anderer.
Wissenschaftlich betrachtet geht es hierbei um die Summe zahlreicher Signale,
die wir unbewusst aussenden und wahrnehmen.
Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle.
Unsere Gefühle beeinflussen unseren Körper.
Unser Körper beeinflusst unsere Stimme, unsere Mimik, unsere Bewegungen.
Und all das wirkt auf unser Gegenüber
Das, was wir als Ausstrahlung wahrnehmen,
ist häufig die sicht- und spürbare Wirkung unseres inneren Zustandes.
Warum ist Haltung in Konflikten enscheidend?
Im Konflikt konzentrieren wir uns oft auf das Gesagte,
dabei wird etwas Wichtiges übersehen:
Die Haltung hinter den Worten.
Die Frage:
"Warum hast du das gemacht?"
kann zum Beispiel bedeuten:
"Hilf mir, dich zu verstehen."
oder
"Rechtfertige dich!"
Die Worte sind identisch.
Die Wirkung ist völlig unterschiedlich.
Das ist das WIE hinter dem WAS ;)
Menschen reagieren selten nur auf den Inhalt.
Sie reagieren auf das, was sie dahinter wahrnehmen,
oder auch glauben nur glauben, wahrzunehmen....



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